Videos online verfügbar machen mit Vimeo

Um eigene Videopräsentationen online verfügbar zu machen, können verschiedene Möglichkeiten genutzt werden. In einem kurzen Video erkläre ich, wie man das Ganze mit Vimeo realisieren kann.

Warum Vimeo statt Youtube?

Vimeo vereint in der kostenfreien Basic-Version die Vorzüge zweier Anwendungsfelder: Zum einen kann man Videos für eine Öffentlichkeit verfügbar machen. Die Reichweite ist zwar nicht so groß wie das möglicherweise bei Youtube der Fall wäre, aber darauf kommt es mir nicht an. Wichtiger ist mir, dass ich zum anderen über den gleichen Videokanal neben den öffentlichen auch Videos passwortgeschützt online stellen, die dann nur für Menschen einsehbar sind, die von mir das Passwort erhalten haben. Wenn ihr mehr erfahren wollt, findet ihr hier einen Vergleich zwischen den beiden Videoplattformen.

Kostenlos Transkribieren mit easytranscript

Als qualitativ Forschender komme ich häufiger in Situationen, in denen in meinen Forschungsvorhaben oder Lehrveranstaltungen Transkripte erstellt werden müssen. Für das Erstellen dieser Abschriften des gesprochenen Wortes von Audioaufzeichnungen ist es hilfreich, eine Software nutzen zu können, bei der man neben der Texteingabe mittels Tasten auf der Tastatur (oder wahlweise auch einen Fußschalter) die Aufnahme starten und pausieren kann, eine Variation der Abspielgeschwindigkeit möglich ist und Zeitmarken gesetzt werden können.

Während es für umfangreiche Forschungsprojekte mit ausreichend finanziellen Ressourcen gut ist, auf Lösungen wie f4transkript zurückzugreifen oder gar die Transkription in Auftrag zu geben, ist es insbesondere bei kleineren Forschungsprojekten oder in der Lehre gut, auf eine freie Software zurückgreifen zu können. Vor einigen Jahren habe ich aus diesem Grund eine Anleitung für die Nutzung von easytranscript geschrieben (auch über heise.de verfügbar), die ich gern hier teilen möchte:

Vorbereitung

Folgende Programme werden für die Transkription benötigt:

  1. easytrascript zum Erstellen von Transcripten
    http://www.e-werkzeug.eu/index.php/de/

  2. VLC-Player (32bit) zum Abspielen der Audio- und Videodateien für die Transkription
    http://www.vlc.de/download/vlc/vlc-2.2.4-win32.exe

  3. pandoc zum Exportieren von Text-Dokumenten aus der Transkript-Datei
    https://github.com/jgm/pandoc/releases/download/1.17.2/pandoc-1.17.2-windows.msi

Installation

Installiere zunächst die Programme easytranscript und VLC-Player nacheinander auf den Rechner. Vor der ersten Verwendung des Programms easytranscript muss der VLC-Player installiert sein. Andersfalls gibt es einen Installationshinweis mit entsprechender Anleitung. Das Programm pandoc wird nur benötigt, wenn das Transkript aus dem Programm easytranscript in ein anderes als das RTF-Format exportiert werden soll.

Erstellen eines Transkriptes

Um ein Transkript zu erstellen, muss zunächst beim Start des Programms der entsprechende Menüpunkt ausgewählt werden. Dort werden dann der Speicherort für die Programmdatei, die zu verwendende Audiodatei als auch der Speicherort für das Transkriptions-Dokument ausgewählt. Dieses Dokument wird vom Programm automatisch im RTF-Format angelegt, welches für die weitere Verwendung in Auswertungsprogrammen wie DokuMet oder MAXQDA am besten geeignet ist. An der ausgewählten Stelle wird ein Ordner erstellt, in dem neben dem Dokument wahlweise auch die Arbeitszeiterfassung für die Transkription abgelegt wird.

Einstellungen

Im Programm selber können Einstellungen für den automatischen Sprecherwechsel, Steuerungstasten, Kurztasten und Zeitmarken  festgelegt werden. Automatische Zwischenspeicherungen sind dort auch einstellbar.

Transkription

Geschwindigkeit und Lautstärke können in einem Menü eingestellt werden, dass über die Tuner-Taste in der Fußleiste erreicht wird. Über die F-Tasten kann die Audiodatei gesteuert werden.

Dateien

Das Transkript wird zunächst in einem programmeigenen Dateiformat erstellt und als RTF-Dokument am gewählten Speicherort abgelegt. Soll nach Abschluss der Transkription zusätzlich ein weiteres Dateiformat exportiert werden, muss dazu zunächst das Programm pandoc installiert werden. Über den Menüpunkt „Dokument exportieren“ im Kontextmenü können dann verschiedene Formate ausgewählt werden. Weitere Informationen zum Export von PDF-Dateien gibt es auf der Programm-Homepage zu finden.

Verwalten von Transkripten in Projekten

Einzelne Transkripte können in einem Projekt verwaltet werden.  Über das Kontextmenü kann dazu der Menüpunkt „Projekt erstellen“ ausgewählt werden. Nach der Auswahl eines Speicherortes können dem Projekt verschiedene Transkripte und Dateien zugeordnet werden. Hier kann auch die Arbeitszeit für ein gesamtes Projekt erfasst werden.

Videos aufzeichnen

Für ein Promotionskolloquium von Prof. Dörner an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg habe ich ein kurzes Einführungsvideo zum Erstellen von Videos mit OBS (Open Broadcast Software) gedreht, das ich gern auch über diesen Kontext hinaus verfügbar machen möchte.

Mir geht es dabei darum zu zeigen, wie man relativ einfach mit OBS ein Lehr- oder Erklärvideo drehen kann, ohne dabei viele Einstellungen verändern zu müssen. Mein Video ergänzt damit die vorhandenen deutschsprachigen Tutorials, indem es OBS gezielt für den Einsatz für Videopräsentationen und Videovorträge beschreibt.

Für diejenigen, die auch mit mehreren Szenen arbeiten wollen, hier weiterführende Erklärungen. Gedreht habe ich das Erklärvideo ebenfalls mit OBS und dafür drei Szenen genutzt:

  • In der ersten Szene zeige ich die Website (Quelle: Fensterfreigabe) zusammen mit einem kleinen Video von mir (Quelle: Videoaufnahmegerät).
  • In der zweiten Szene zeige ich anstelle der Website die Software. Die Szene habe ich als Duplikat der ersten Szene erstellt, sodass das Video von mir in der gleichen Größe und an der gleichen Position zu finden ist. Damit sieht es beim Szenenwechsel so aus, als würde meine Videobild konstant bleiben und nur der Hintergrund sich ändern.
  • In der dritten Szene zeige ich dann anstelle der Software meine Präsentation. Erstellt habe ich die Szene auch wieder als Duplikat der vorherigen, um die Aufteilung der Bildelemente identisch zu lassen.

Wenn es Fragen oder Anregungen gibt, freue ich mich sehr über Kommentare unter diesem Beitrag oder dem Video. Viel Spaß beim Arbeiten mit OBS!

Es hat mich überrollt, ich bin wieder da

Nachdem ich in den ersten Tagen voll Elan war und irgendwie noch Zeit für Beiträge auf diesem Blog aufgebracht habe, hat es mich die Lehre für die nächsten Wochen einfach schlicht überrollt. Von Seminar zu Seminar stieg der Aufwand: Hier muss etwas erklärt werden, dort steht eine falsche Info, hier funktioniert das Tool nicht wie erhofft, dort haben einige keinen Zugriff auf was auch immer. Jetzt die gute Nachricht: Es wurde langsam besser und heute komme ich sogar wieder dazu, ein paar Gedanken loszuwerden.

Diese Gedanken betreffen vor allen die Frage, wie es in meiner Wahrnehmung neben mir eigentlich den anderen so geht, die an den Seminaren teilnehmen: die Studierenden (und, liebe Teilnehmer:innen meiner Seminare, wenn ihr das lest, korrigiert mich bitte!).

Mein Eindruck ist, dass es gleichzeitig mindestens zwei Dinge gibt, mit denen Studierende grad umgehen müsse:

(1) In meinen Seminaren arbeiten wir mit Moodle und es gibt einfach eine riesen Flut von Informationen zu bewältigen. Einzelne berichten davon, dass sie keine Mails mehr von Moodle lesen und sprechen regelmäßig davon, ‚zugespamt‘ zu werden. Bisher ist mir noch keine gute Idee gekommen, wie ich die Informationen so bündeln kann, dass es für alle erträglicher und verarbeitbarer wird und gleichzeitig für mich der Aufwand der Informationsaufbereitung nicht noch mehr steigt.

(2) Wenn die Studierenden den Weg zu den einzelnen Aufgaben gefunden haben, macht die Arbeit großen Spaß und es kommen im Rahmen der Möglichkeiten auch gute Gespräche zu stande – Diskussionen möchte ich das Ganze aber noch nicht nennen. Die Studierenden sind also im Rahmen ihrer jeweiligen zeitlichen und räumlichen Möglichkeiten sehr engagiert und geben sich große Mühe, alles was ich ihnen auftrage nachzuvollziehen, sie sind sehr geduldig mit mir und den Tools.

Was die Diskussionen angeht, so fehlt etwas Wichtiges für meine Veranstaltungen: der unmittelbare Kontakt im gleichen Raum, der eine diskursive Auseinandersetzung, das Ringen um Positionen und das Verteidigen einer Perspektive ermöglicht. In einem Videocall kann ich persönlich nicht die gleiche Schärfe und Provokation einbringen, die für eine Diskussion erforderlich ist. Mir fehlt das Gegenüber. Dadurch entsteht in der Auseinandersetzung mit Texten eine Situation, in der zwar die erste Einarbeitung in den Text gut gelingt und auch schöne Kommentare zu den Texten geschrieben werden, diese aber zu keiner Diskussion führen und damit eine Vertiefung kaum möglich ist. Viel besser bekomme ich es grad noch nicht reflektiert, aber vielleicht weiß ja jemand was ich meine und kann es besser auf den Punkt bringen: Irgendwie laufen wir alle mit großen Schwung auf jeden Text los und werden rasch langsamer und langsamer. An dem Punkt würde ich gern alle in einem Raum versammelt haben und mit Energie und Provokation die Diskussion anheizen – was hoffentlich bald auch wieder möglich sein wird.